ElringKlinger AG
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Zukunft formen

Mit der Integration des Formenbauers Hummel hat sich ElringKlinger eine kreative Ideenschmiede für Produktionsverfahren der Zukunft ins Haus geholt. Dieses Know-how bildet die Grundlage für weitere Wachstumspotenziale.

Auf eine nachbarschaftliche Zusammenarbeit folgte nach einigen Jahren schließlich der Zusammenschluss: Im Sep­tember 2011 übernahm ElringKlinger 90 Prozent der Anteile am Werkzeug- und Formenbauspezialisten Hummel-Formen GmbH. Der Zukauf diente dazu, die Kompetenzen von ElringKlinger in der Werkzeugtechnik zu verstärken und das Know-how rund um den werkstofflichen Leichtbau auszubauen. Denn der Ersatz schwerer Metallteile durch leichte Kunststoffanwendungen zählte damals wie heute zu den bedeutenden Hebeln, mit denen Automobilhersteller den Kraft­stoffverbrauch und die CO2-Emissionen senken können.

In Zeiten, in denen immer höhere Anforderungen an einzelne Bauteile gestellt werden, kommen oft Faserverbundwerkstoffe zum Einsatz. Deren Verarbeitung ist nicht selten kniffelig und eine der Stärken bei Hummel. Seit der Gründung 1960 hat das Unternehmen, das nur wenige Autominuten vom ElringKlinger-Stamm­sitz in Dettingen beheimatet ist, kontinuierlich in neue Technologien investiert – in einen modernen Maschinenpark ebenso wie in die Entwicklung eigener Verfahren, die schnell zu Alleinstellungsmerkmalen auf den Märkten führen sollten.

Diese Kompetenzen waren es auch, die ElringKlinger und Hummel zusammenführten und zwar schon lan­ge vor 2011. Bereits in den neunziger Jahren arbeitete das Unternehmen an Integrationslösungen für Dichtungen in Kunststoffbauteilen. Ein erstes Produkt aus dieser Zeit gilt bis heute als Keimzelle des Geschäfts mit Kunststoffgehäusemodulen von ElringKlinger, das heute für ein Umsatzvolumen von 140 Millionen Euro steht.

60%
aller aktuellen Entwicklungen des Werks Lenningen dienen dem Leichtbau und damit geringerem Kraftstoffverbrauch.

Die Ambitionen, die vor vier Jahren mit der Übernahme der Hummel-Formen GmbH in die ElringKlinger AG als Werk Lenningen verbunden waren, haben sich nach einem erfolgreichen Integrationsprozess mehr als erfüllt. Schließlich ist es unter Entwicklern und Produktionsexperten kein Geheimnis, dass ein profundes Werkzeug-Know-how maßgeblich darüber mitentschei­det, ob neue Entwicklungen oder neue Verfahren in der Praxis überhaupt um­gesetzt werden können.

In der Stimme von Thomas Wolf, Leiter des technischen Vertriebs, schwingt durchaus Stolz mit, wenn er erzählt, was in Lenningen diesbezüglich bereits geleistet wurde und für die Zukunft geplant ist. Das Know-how im Werkzeugbau, in der 3-D-Produktentwicklung sowie der Prozess- und Verfahrensentwicklung hat die Kompetenz über nahezu die gesamte Pro­zesskette wachsen lassen. Jürgen Weingärtner, Leiter Tech­nischer Service bei ElringKlinger, fasst dies so zusammen: „Wir können den Kunden durch unsere Erfahrung Lösungen für ihre Anforderungen in unterschiedlichen Verfahren und Werkstoffen anbieten sowie auch Kombinationen daraus.“

Dazu hat sich das Werk Lenningen fortlaufend technologisch weiterentwickelt. So steht heute nicht mehr das einzelne Werkzeug im Fokus, sondern vielmehr das Denken in Prozessen. Denn, so Thomas Wolf: „Hinter fast jeder Aufgabenstellung steckt ein neuer Prozess.“ Zahlreiche Entwicklungen der vergangenen Jahre belegen eindrücklich die Weiterentwicklung vom Werkzeug- und Formenbauer zu einem Entwickler von fertigungstechnischen Sonderverfahren.

Sieht hinter jeder neuen Aufgabe eine neue Chance zur Prozessoptimierung: Thomas Wolf, Leiter Technischer Vertrieb am ElringKlinger Standort Lenningen.

Das Werkzeug bildet dabei aber nur die Basis, um neue Prozesse oder neue Produkte im Verbund zwischen Werkzeug, Prozess und Automatisierung Realität werden zu lassen. Als Beispiele nennt Thomas Wolf das von einem OEM entwickelte und von ElringKlinger angewandte Innenhochdruckumformen von Aluminiumrohren direkt im Spritzgießwerkzeug. Ein vom Werk Lenningen ent­wickeltes Kernausschmelzverfahren mit integriertem Mon­tagespritzen, das für Bauteile mit äußerst kom­plexer Innengeometrie und gleichzei­tig geschlossener Außenhaut gedacht ist. Oder auch das JoinMelt-Verfahren, das es ermöglicht, einen Schweißprozess in den Spritzgießprozess zu integrieren und mit­hin das Umformen und das Fügen in einem Prozess zu vereinen. Nicht zu vergessen verschiedene Produktionsverfahren für Bauteile aus Organoblech. Sechs verschiedene Pro­jekte für die Werkstoff- und Pro­duk­tions­tech­nik der Zukunft stehen in Lenningen derzeit auf den To-do-Listen.

Weiterhin arbeitet das Werk an zahlreichen eigenen Ent­wicklungen für Produkte und Prozesse im Bereich Leichtbau und der Produktoptimierung. Diese sollen für die weltweite Fertigung innerhalb der ElringKlinger AG in Zukunft neue Marktbereiche eröffnen.

„Eine geniale Idee, die im Produktdesign und in Berechnungen umgesetzt werden kann, muss noch lange nicht herstellbar sein. Unsere Aufgabe ist es, Ideen in sichere Prozesse und effiziente Werkzeugtechniken umzusetzen.“


Thomas Wolf,
Leiter Technischer Vertrieb

Was den Vertrieb bei ElringKlinger besonders freut ist die Tatsache, dass es sich bei diesen Entwicklungen um Kundenaufträge handelt, die für eine Serienfertigung in der Zukunft interessant sind. Gleichzeitig erweitern sie das eigene Know-how und stärken auch die Position, wenn es darum geht, für die spätere Serienanwendung ein Angebot abzugeben.

Trotz aller Dynamik, die das parallele Arbeiten an den zahlreichen Projekten für interne und externe Auftraggeber erfordert, haben Weingärtner und Wolf zahl­reiche Ideen für die Zukunft im Kopf. Dazu zählt, einen Teil der auf das Werk Lenningen konzentrierten Kompetenz in die einzelnen Standorte von ElringKlinger weltweit hinauszutragen.