ElringKlinger AG
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Rückenwind

ElringKlinger beschreitet neue Wege und ist mit seinen Technologien vermehrt in zukunftsträchtigen Absatzmärkten außerhalb der Automobilindustrie vertreten. Seit Juli 2015 beliefert das ElringKlinger-Tochterunter­nehmen new enerday den weltgrößten Hersteller von Windenergieanlagen mit einem innovativen Brennstoffzellensystem. Dieses deckt den Energiebedarf während der Errich­tungsphase von neuen Windparks ab. Das System garantiert eine unabhängige Stromversorgung rund um die Uhr und reduziert nebenbei den CO2-Ausstoß gegenüber konventionellen Stromgeneratoren um über 90 Prozent.

Seit Vertragsunterschrift hat new enerday seine Systeme bereits nach Deutschland, Polen und Schottland ausgeliefert, um die Stromversorgung während des mehrmonatigen Errichtungszeitraums von neuen Windkraftanlagen sicherzustellen. New enerday betreibt dazu eine Flotte von einem Dutzend mobilen Brennstoffzellensystemen, die temporär an den Kunden vermietet werden. Aufgrund der hohen Nachfrage wird die Flotte nochmals erweitert – zehn zusätzliche Systeme befinden sich aktuell in Produktion.

Dr. Matthias Boltze, Geschäftsführer der new enerday GmbH, freut sich über die erfolgreiche Markterschließung und schätzt das Potenzial für mögliche Folge­aufträge positiv ein: „Der Windenergiemarkt ist noch lange nicht gesättigt – im Gegenteil, der Markt wird weiter wachsen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass unsere Technologien in diesem Sektor, aber auch in anderen netzfernen Anwendungsbereichen ihr großes Potenzial ausschöpfen können und wir noch mehr Kunden überzeugen werden.“ Weitere zukunftsträchtige Absatzmärkte bieten insbesondere die Bordnetzversorgung von Booten und Segeljachten, die Hausenergieversorgung sowie Anwendungen innerhalb der Telekommunikation. In den nächsten fünf Jahren soll sich der Umsatz von new enerday mehr als verzehnfachen und einen hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag erreichen.

Dr. Matthias Boltze, Geschäftsführer
der new enerday GmbH
Das mobile Brennstoffzellen-System von new enerday kommt beim Kunden zum Einsatz.
 

Grundlage der Stromerzeuger ist der Hochtemperatur-Brennstoffzellentyp SOFC (Solid Oxide Fuel Cell), mit dem aus fossilen Brennstoffen elektrische Energie gewonnen wird. Zum Einsatz kommen mit konventionellen Flüssiggasflaschen betriebene Brennstoffzellen der 1.000W-Klasse für beliebige Wechselstromverbraucher. Sie emittieren nur minimale Schadstoffmengen, sind sehr leise im Betrieb und gewährleisten eine unabhängige Stromversorgung von bis zu drei Monaten ohne Nachbetankung. Die schlüsselfertige Gesamtlösung verbindet ein leistungsfähiges Solarmodul und die Brennstoffzelle zu einem innovativen Hybridsystem. Der elektrische Wirkungsgrad der Brennstoffzellensysteme ist nahezu doppelt so hoch wie bei Generatoren mit Otto- oder Dieselmotor.

50 PROZENT
Bis zu 50 % der laufenden Betriebskosten werden durch den Umstieg auf das Brennstoffzellensystem von new enerday eingespart.
3 Monate
Eine unabhängige Stromversorgung von bis zu drei Monaten ohne Nachbetankung können die Systeme gewährleisten – sie sind zudem wartungsfrei und können fernüberwacht werden.
1.000 Watt
Aus der 1.000 W-Klasse stammen die mit konventionellen Flüssiggasflaschen betriebenen Brennstoffzellensysteme. In Kombination mit einem leistungsfähigen Solarmodul wurde ein innovatives Hybridsystem zur unabhängigen Stromversorgung geschaffen.
90 PROZENT
Um über 90 % reduziert sich der CO2-­Ausstoß beim Einsatz eines Brennstoffzellensystems von new enerday gegenüber kon­ventionellen Dieselaggregaten.

Die Stromversorgung der vom Kunden in Betrieb gesetzten Windkraftanlagen wurde bislang mit konventionellen Dieselaggregaten sichergestellt. Durch den Umstieg auf das Brennstoffzellensystem von new enerday werden bis zu 50 % der laufenden Betriebskosten eingespart. Gleichzeitig ist damit eine CO2-Reduktion von über 90 % verbunden. Ein weiterer Vorteil: Die Systeme sind wartungsfrei und können fernüberwacht werden.

Durch den bestehenden Auftrag und weitere noch in der Verhandlung befindlichen Projekte stößt das im Jahr 2010 gegründete Unternehmen mit Sitz in Neubrandenburg über kurz oder lang an seine Kapazitätsgrenze – es bedarf einiger Investitionen, um new enerday langfristig auf die zukünftigen Anforderungen auszurichten. „Gemeinsam mit dem Vorstand von ElringKlinger haben wir über eine Erweiterung des Firmenstandorts entschieden. Wir mieten ein unmittelbar an unser Grundstück angrenzendes Nachbargebäude an, in das unsere Fertigung ausgelagert wird“, kündigt Dr. Boltze an. Der Umzug ist für Mai 2016 geplant.