ElringKlinger AG
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Gutes Tun
verbindet

ElringKlinger und die Lechler Stiftung weisen eine langjährige Verbindung auf, deren Ursprung auf Paul Lechler (1849–1925) zurückzuführen ist. Der erfolgreiche Unternehmer, Sozialreformer und Wohltäter legte nicht nur den Grundstein für die nach ihm benannte Stiftung, sondern ebnete mit seinem Handels­unternehmen auch den Weg für die ElringKlinger AG. Bis heute halten die Familien Lechler, welche als Mehrheitsaktionär an der ElringKlinger AG beteiligt sind, an der von Paul Lechler eingeführten Tradition fest und führen zehn Prozent ihrer Einkünfte für gemeinnützige Zwecke über die Lechler Stiftung ab. Im gemeinsamen Interview diskutieren Dr. Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender von ElringKlinger, und Dieter Hauswirth, Stiftungsvorstand der Lechler Stiftung, über die Fortführung der Werte von Paul Lechler, aktuelle gemeinsame Projekte und die zukünftige Zusammenarbeit zwischen dem Automobilzulieferer und der Stiftung.

Die Lechler Stiftung hat ihre Arbeit unter das Motto „Gutes Tun verbindet“ gestellt. Lässt sich damit auch die Verbindung zwischen der Lechler Stiftung und ElringKlinger treffend beschreiben?

WOLF — Ja, in der Tat. ElringKlinger sieht sich bestimmten Grundwerten verpflichtet, die auf die Philosophie des Firmengründers Paul Lechler zurückgehen. Diese Werte finden sich bis heute in unseren Unternehmensleitlinien wieder. Obwohl ElringKlinger mittlerweile börsennotiert ist und sich den Anforderungen des Kapitalmarkts stellt, sind wir nach wie vor geprägt vom Gedanken eines Familienunternehmens.

HAUSWIRTH — Das Motto greift außerdem den Wohltätigkeitsgedanken von Paul Lechler auf und spiegelt die enge Verbindung der Familien Lechler mit dem Christentum wider. Paul Lechler hat einmal gesagt: ‚Glaube darf nicht bloße Welt­anschauung sein, sondern muss sich in der Tat bewähren.‘ Das ist ein Grundsatz, der aus meiner Sicht nach wie vor Bestand hat.

Welches Ziel verfolgt die Stiftung mit ihrer Arbeit und auf welchen Themengebieten liegen die Förderschwerpunkte?

HAUSWIRTH — Ein wesentliches Stiftungsziel besteht darin, der Politik aufzuzeigen, in welchen sozialen Bereichen ak­tuell Handlungsbedarf besteht. Unsere traditionellen Förderschwerpunkte liegen in der Jugend-, Alten- und insbesondere in der Behindertenhilfe. So hat sich die Lechler Stiftung in den letzten Jahren ganz bewusst des Themas Inklusion angenommen und im Zeitraum zwischen 2008 und 2014 insgesamt sechs Millionen Euro für Leuchtturm-Projekte in diesem Bereich gespendet. Durch die wissenschaftliche Begleitung der geförderten Projekte konnten wir der Politik aufzeigen: In­klusion ist möglich. Und nicht zuletzt auch aufgrund unserer Tätigkeit ist es gelungen, dass das Land Baden-Württemberg nun jedes Jahr finanzielle Mittel zur Verfügung stellt, um das Thema Inklusion in unserer Gesellschaft zu realisieren.

WOLF — Inklusion ist ein wichtiges Thema. ElringKlinger arbeitet ja eng mit der BruderhausDiakonie zusammen und hat nachhaltig Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen. Aufgrund der Tradition unseres Unternehmens fühlen wir uns dazu verpflichtet, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und einen Beitrag zu erfolgreicher Inklusion zu leisten. Das betrachte ich übrigens auch als eine wesentliche Aufgabe der Wirtschaft. Neben dem ökonomischen Aspekt, Gewinne zu erwirtschaften, sollten sich Unternehmen auch kulturell, sozial und ökologisch engagieren. Denn für sie besteht eine ganzheitliche Verpflichtung. Paul Lechler hat diesen ganzheitlichen unternehmerischen Ansatz zu seiner Zeit schon vorgelebt.

HAUSWIRTH — Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Unternehmen dieser Philosophie, wie sie von Paul Lechler vorgelebt wurde und von ElringKlinger weitergeführt wird, anschließen.

Ein wesentlicher Teil der finanziellen Mittel aus der Lechler Stiftung fließt aktuell in die Umbaumaßnahmen des Paul-­Lechler-Krankenhauses in Tübingen. Warum wurde ein Neubau erforderlich?

HAUSWIRTH — Das Paul-Lechler-Krankenhaus kann auf eine Kliniktradition von fast 100 Jahren zurückblicken. Zu Beginn war es ein Genesungsheim für Menschen, die mit einer Tropenkrankheit aus ihrer Missionarstätigkeit zurückgekehrt sind. Im Bereich der Tropenmedizin hat sich die Klinik über die Jahre einen sehr guten Ruf erworben. Der Neubau ist notwendig geworden, um den Klinikbetrieb unter modernen Gesichtspunkten weiterhin aufrechthalten zu können. Dort wird eine große geriatrische Abteilung sowie die Palliativmedizin, in der das Krankenhaus mittlerweile auch einen hervorragenden Ruf genießt, untergebracht.

WOLF — Im Übrigen ist das Feld der Tropenmedizin über die Jahre auch deutlich kleiner geworden, da vielen Erkrankungen heute durch präventive Maßnahmen vorgebeugt werden kann. Im Gegenzug rückt die Palliativmedizin stärker in den Fokus. Dieser Entwicklung wird mit dem Neubau auch Rechnung getragen.

„Die Lechler Stiftung möchte mit ihrer Arbeit der Politik aufzeigen, in welchen sozialen Bereichen Handlungs­bedarf besteht.“


DIETER HAUSWIRTH –
Stiftungsvorstand der Lechler Stiftung

In Kooperation zwischen dem Paul-Lechler-Krankenhaus und ElringKlinger wurde kürzlich das Gemeinschaftsprojekt „Eine-Welt-Bank“ realisiert. Wie ist die Idee dazu entstanden?

WOLF — Bei ElringKlinger gibt es seit einigen Jahren das Potenzialträgerprogramm für angehende Führungskräfte, das verschiedene Module beinhaltet. Dazu gehört auch die Übernahme eines Projekts, das außerhalb der fachlichen Ausrichtung des Programms liegt und die soziale Kompetenz der Potenzialträger stärken soll. So ein Projekt prägt unheimlich, denn man macht Erfahrungen, die man sonst vielleicht nicht erleben würde. In Gesprächen mit den Potenzialträgern bekomme ich auch immer wieder bestätigt, wie viel sie dabei lernen. In der Vergangenheit haben sie beispielsweise einen Barfuß­pfad als Sinneserlebnis für Schwerstbehinderte gestaltet. Die letzte Gruppe hat nun die Idee gehabt, eine Bank im Park des Paul-Lechler-Krankenhauses aufzustellen – als Begegnungsstätte für Jung und Alt, zwischen der Klinik und dem angrenzenden Kindergarten.

HAUSWIRTH — Hinzu kommt der philosophische Hintergrund dieses Projekts, der wirklich beachtlich ist. Der Hinweis auf die Tatsache, dass wir alle auf einer Welt leben, jedoch das Geld zwischen den Hemisphären sehr ungleichmäßig verteilt ist, finde ich besonders lobenswert. Außerdem kann die Bank verstanden werden als gelungene Verbindung zwischen dem Paul-Lechler-Krankenhaus, der Lechler Stiftung und den jungen Menschen der Firma ElringKlinger, die sich bei diesem Projekt sehr engagiert haben. Was mich aber am meisten freut: Immer wenn ich zu Besuch im Paul-Lechler-Krankenhaus bin, sehe ich auf der Bank Leute sitzen.

„Aufgrund der Tradition unseres Unternehmens fühlen wir uns dazu ver­pflichtet, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.“


DR. STEFAN WOLF –
Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG

Abschließend noch ein Blick in die Zukunft: Wie sieht die zukünftige Zusammenarbeit zwischen der Lechler Stiftung und ElringKlinger aus?

WOLF — Wir bei ElringKlinger werden die Weiterentwicklung des Unternehmens vorantreiben, sodass der Stiftung auch in Zukunft über die Dividendenausschüttung entsprechende Mittel zur Verfügung stehen. Die Grundlage der Stiftung ist auch insofern nachhaltig gesichert, da die Aktienanteile aus dem Besitz der Familien Lechler langfristig in die Stiftung übergehen.

HAUSWIRTH — Ich wünsche mir natürlich, dass ElringKlinger in Zukunft weiterhin erfolgreich ist, denn dann profitiert auch die Stiftung unmittelbar davon. Und ich kann den Mitarbeitern von ElringKlinger versichern, dass mit dem im Unternehmen erwirtschafteten Geld, welches über die Familien Lechler in die Stiftung geht, verantwortungsvoll umgegangen wird.